10 Fragen an idesis Geschäftsführer Andreas Mersch

von | Feb 12, 2021

Andreas Mersch hat nach seinem Abitur den Grundwehrdienst in Coesfeld absolviert und anschließend in Dortmund ein Informatik-Studium begonnen. Im Jahr 2000 fing er dann als Web-Entwickler bei der BOV AG an, der heutigen Adesso SE. 2005 zählte Andreas Mersch zu den Mitbegründern der idesis GmbH und ist bis heute Gesellschafter. In Q3 2020 wurde er offiziell in die Geschäftsführung der idesis GmbH berufen. Von seinen 15 Jahren bei der idesis GmbH war Andreas die meiste Zeit für das Unternehmen im Außeneinsatz und hat dabei unter anderem Mazda, ThyssenKrupp und Mannesmann/Salzgitter über Jahre mit seiner Expertise unterstützt.

Wolltest Du Geschäftsführer werden?

Sicher. Irgendwann. Von der Kurzfristigkeit war ich dann allerdings selber etwas überrascht. Dadurch, dass ich aktuell von allen Gesellschaftern der jüngste bin und somit wahrscheinlich noch die längste Zeit von allen arbeiten werde, war mir klar, irgendwann der dienstälteste idesis Mitarbeiter zu sein. Mit dem Dienstalter und meiner damit einhergehenden Erfahrung hätte ich mich automatisch besser für den Posten des Geschäftsführers qualifiziert. Als ich gefragt wurde, ob ich mir das vorstellen könne, mich den anderen beiden Geschäftsführern anzuschließen, war ich zwar, wie gesagt, vom Zeitpunkt überrascht, habe die Berufung aber auch gerne angenommen.

Was ändert sich jetzt für Dich mit der neuen Position?

Ich trage selbstverständlich mehr Verantwortung. Entscheidungen, die vorher schon getroffen waren, muss ich heute selber treffen. Die Verantwortung motiviert mich gleichzeitig, meine Ideen noch mehr einzubringen.

Was sind Deine Ziele als neuer Geschäftsführer bei der idesis GmbH?

Wir haben mir zunächst den Bereich der Prozesse zugeordnet, bedeutet, Prozesse zu bewerten, neue Prozesse zu schaffen, bestehende Prozesse neu zu definieren oder auch auszusortieren. Ich kann mir vorstellen, dass wir in dem Bereich viel bis dato ungenutztes Potenzial vorfinden. Gerade in kleineren Unternehmen bilden sich neue Prozesse im Tagesgeschäft, ohne wirklich dokumentiert zu werden. Eine vernünftige Dokumentation erleichtert dauerhaft die Kontrolle und auch die Verbesserung von Prozessen. 

„Hier ist es mein Ziel, das Potenzial in der Prozessoptimierung auszuschöpfen.“

Hier ist es mein Ziel, das Potenzial in der Prozessoptimierung auszuschöpfen. Neben den Prozessen ist mir der Bereich Ausbildung weiterhin sehr wichtig. Ich habe vor etwas über einem Jahr meinen Ausbilderschein gemacht und möchte auch diesen Bereich mehr forcieren und strukturierter angehen.

Was macht einen guten Geschäftsführer für Dich aus?

Ein guter Geschäftsführer hat selbstverständlich die Geschäfte gut zu führen und das Unternehmen weiterzuentwickeln. Aber darüber hinaus bin ich der Meinung, dass ein guter Geschäftsführer ein „Kümmerer“ ist. Jemand, der für seine Mitarbeiter da ist und nicht nur an den Profit des Unternehmens denkt. Das Unternehmen kann langfristig nur profitieren wenn, die Mitarbeiter zufrieden sind. Außerdem ist es natürlich wichtig, dass ein Geschäftsführer in hitzigen Momenten einen kühlen Kopf bewahrt und in der Lage ist, auch schwierige Entscheidungen zu treffen.

Glaubst Du, es ist wichtig, dass ein Geschäftsführer eines Software-Unternehmens programmieren kann?

Diese Frage wird immer wieder diskutiert. Ich bin der Meinung, dass man ein gutes Verständnis für die Tätigkeit im Unternehmen haben muss, um das Geleistete beurteilen zu können und zu bewerten, wo die Grenzen des Machbaren liegen. Das heißt, Erfahrung in der Software-Entwicklung ist vorteilhaft. Ein Geschäftsführer ist auch immer Repräsentant des Unternehmens. Wenn ein Geschäftsführer die Kernkompetenz des Unternehmens nicht verkörpert, ist eine Repräsentation des Unternehmens schwierig zu realisieren.

Was ist Dir bei der idesis besonders wichtig?

Man bekommt den Raum für Neues. Das ist wichtig, und es ist auch wichtig, dass wir das so erhalten können. Wir sind offen gegenüber neuen Technologien. Beispielsweise die App-Entwicklung, die ging damals auf die Initiative eines Mitarbeiters hin los. Daraufhin haben wir mit der App-Entwicklung angefangen und bis heute auch einige Apps für unsere Kunden realisiert. Das konnte nur erreicht werden, weil es bei uns immer die Freiheit gab, Neues zu entdecken und auszuprobieren. Mit unseren Developer Days nehmen wir uns außerdem aktiv Zeit für das Ausprobieren von neuen Technologien und den Austausch darüber – fernab vom Alltagsgeschäft.

„Damals gab es eher das Bild eines verschwitzten, Pizza und Cola in sich hineinstopfenden Nerds, der sich nur mit seinem Computer beschäftigt. Vielleicht gab es diese Nerds damals, aber ich glaube, die sind heute weitgehend ausgestorben. „

Was hat sich im Bereich der Software-Entwicklung geändert, seitdem Du angefangen hast, in dem Umfeld zu arbeiten?

Ich habe schon sehr früh angefangen, zu programmieren. Damals gab es eher das Bild eines verschwitzten, Pizza und Cola in sich hineinstopfenden Nerds, der sich nur mit seinem Computer beschäftigt. Vielleicht gab es diese Nerds damals, aber ich glaube, die sind heute weitgehend ausgestorben. Damals waren wir Exoten und wurden eher belächelt. Heute hat sich das das ganze Feld der IT geändert. Inzwischen hat fast jeder begriffen, dass IT gebraucht wird, einfach auch weil IT inzwischen omnipräsent ist. Durch diese Veränderung hat sich auch die Wahrnehmung der Menschen verändert, die Software herstellen.

Was muss jemand mitbringen, um im Bereich der IT zu arbeiten?

Software zu entwickeln erfordert viel Kreativität. Es ist eine hochkreative Tätigkeit. Man muss in der Lage sein, komplexe Probleme zu verstehen und in kleine Einzelteile herunterzubrechen. Außerdem denke ich, dass das Hinterfragen von technischen Dingen und das damit einhergehende Interesse an Software und Programmieren massiv von Vorteil ist, wenn jemand im Bereich der IT arbeiten möchte.

Glaubst Du, in der Zukunft wird jeder programmieren können?

Irgendwie sicherlich, ja. Die Frage ist, was ist mit Programmieren gemeint. Einer Maschine eine strukturierte Abfolge beizubringen wird wahrscheinlich von jedem erwartet werden können. Neuartige Mikrowellen zu bedienen ist zwar noch kein Programmieren, aber zum Beispiel schon irgendwie als Erfahrung im Bereich der IT anzusiedeln. Ob jeder eine Programmiersprache beherrschen wird, weiß ich nicht. Wie gesagt, eine Software zu eintwickeln ist eine hochkreative Arbeit, ein grundlegendes Verständnis für das Programmieren halte ich also für wichtig.

Warum kommst Du morgens zur Arbeit?

Meine Arbeit macht mir einfach Spaß. Das ist das, was ich immer machen wollte. Ich hatte zum Beispiel nie das Problem, nach der Schule nicht zu wissen, was ich machen möchte. Ich wusste sehr früh, in welche Richtung ich gehen will. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Wenn ich nicht in einem Kundenprojekt stecke, programmiere ich auch privat. Deshalb komme ich jeden Tag gerne.

Noch mehr spannende Beiträge.